Jenka
[mythisch::faktisch]
Die Kinzig ist ein kleiner, gemütlicher und in weiten Teilen Europas zu Recht völlig unbekannter Fluß. An ihrem Ufer sitzt fast die gesamten 70-ger-Jahre hindurch ein Mädchen. Man hat sie hierhergeschickt um aufzuwachsen. Da aufwachsen in diesem Teil der Welt ziemlich lange dauern kann lernt das Mädchen Melodika.
Als Jenka (denn von ihr handelt die Geschichte) 12 Jahre alt wird, bekommt sie Gesellschaft: Man baut am Ufer des Flusses eine Kirche und einen Zeltplatz. Viele Menschen kommen, sie singen Lieder, lachen und spielen miteinander. Jenka staunt. Sie will mittun und endlich Freunde haben! Eines Morgens, so zwischen 3.47 und 3.52 Uhr findet sie unweit eines betrunkenen und laut schnarchenden Mannes eine Gitarre. Was für ein Glück! Jenka nimmt das Instrument mit und lernt auf ihm zu spielen. Von nun an ist sie auf den Zeltplätzen und in den Kirchen der Umgebung ein gern gesehener Gast.
Mit 15 Jahren erreicht Jenka ihre volle Größe und darf die Kinzig verlassen. Wie die Anwohner dieses hübschen Flüsschens sich heute noch erzählen, hatte sie inzwischen ihre Begeisterung für Musik entdeckt. Sie lernt als nächstes Querflöte spielen und geht wenig später nach Berlin. Da die BerlinerInnen auf Querflötistinnen nicht so gut zu sprechen sind (warum eigentlich nicht?), beginnt Jenka mit 24 Jahren Saxophon zu spielen und geht auf die Suche nach Gleichgesinnten.
Anfang der 90-ger-Jahre beginnt sie mit einigen wirklich sehr verdächtigen Leuten in der Band "Turbo-Royal" Lieder aus den 80-ger-Jahren zu spielen. Da es Menschen gibt, die so etwas gerne hören, macht sie das noch heute.
Ihre wenige freie Zeit in Berlin nutzt sie, um Sozialarbeit zu studieren und flegelhaft vor sich hin pubertierende Jugendliche auf den rechten Weg zu bringen.
Im Jahr 2001 wird die Geschichte spannend: Jenka hatte seit nunmehr 2 Jahren Unterricht bei Meike Goosmann im Saxophonspiel. Nun wird sie für fähig gehalten, in der "Band-die-später-mal-Miserlou-heißen-sollte" mitzuspielen. Hier versucht sie seitdem, ihre Begeisterung für den Klezmer mit den anderen MusikerInnen und den ZuhörerInnen zu teilen.
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